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ca. halb ausgewachsene Garnelen in den BeckenReportage “Garnelenzucht” für Süddeutsche Zeitung Magazin / 2015
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WIE FUNKTIONIERT UNSERE FARM?

The future of Food. Made in Germany.

Geschlossene Aquakultur-Zuchtfarmen für Fische oder Meeresfrüchte, auch als Kreislaufanlagen oder RAS-Anlagen (Recirculating Aquaculture System) bekannt, verfügen über eine integrierte Wasseraufbereitungseinheit, die kontinuierlich das Ablaufwasser aus den Zuchtbecken mechanisch und biologisch reinigt. Damit kann zu 100% auf Chemikalien verzichtet werden.

Anschließend wird das Wasser mit Sauerstoff angereichert und wieder den Zuchtbecken zugeführt. Durch die wiederholte Nutzung des Wassers verringert sich der Wasserbedarf dramatisch auf ca. 1-2% des Gesamtvolumens der Anlage.

Gegenüber offenen Systemen wie Durchflussanlagen, Teichen und Käfiganlagen bieten geschlossene Aquakultur-Zuchtfarmen wesentliche Vorteile:

  • Geringerer Ressourcenverbrauch (Fläche, Wasser, Energie)
  • Abgeschlossenheit gegenüber der Umwelt und ihren potenziell negativen Einflüssen auf die Zucht und die Wasserqualitäten
  • Steuerung aller Parameter durch intelligente Software zur Optimierung der Wachstumsbedingungen (Industrie 4.0)
  • Saisonunabhängige kontinuierliche Produktion
  • Zertifizierung nach „Traceability“ und „Biosecurity“ Standards
  • Regionale standortunabhängige Zucht

Innovative Technologie für artgerechte Zucht

Spitzentechnologie „Made in Germany“
Innovative und nachhaltige Aquakulturtechnik mit in Deutschland erarbeitetem Know-how

Absicherung einer konstanten ganzjährigen Produktion durch die Trennung der Produktion in voneinander unabhängig operierenden Modulen mit eigenen Kreisläufen

Extrem geringer Wasserverbrauch durch innovative und umweltfreundliche Reinigungsprozesse

Rein mechanische und biologische Reinigungsprozesse unter komplettem Verzicht auf chemische Reinigung

Optimale Kontrolle aller Zuchtprozesse über intelligente Software (Industrie 4.0)

ZUKUNFTSBRANCHE AQUAKULTUR

Der weltweit rasant steigende Hunger nach Fisch und Meeresfrüchten führt zu einer sich dramatisch entwickelnden Plünderung der Weltmeere. Dabei galt der Reichtum der Weltmeere lange Zeit als unerschöpflich – eine Illusion, denn Fisch und Meeresfrüchte sind nicht in unbegrenzten Mengen vorhanden. Die weltweite Überfischung gilt heute als eine der größten Bedrohungen für die Gesundheit der Meere und das Überleben seiner Bewohner. Fast überall werden heute mehr Fische und Meeresfrüchte gefangen als natürlich nachwachsen können. Die globale Produktion an Fisch und Meeresfrüchten (Wildfang und Aquakultur) ist in den Jahren von 2006 bis 2015 um 24 Prozent gestiegen. Weltweit gelten 30 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände als überfischt und 57 Prozent als maximal genutzt. Technisch hoch gerüstete und auf schnellen Profit bedachte große Fangflotten leeren die Meere. In den europäischen Gewässern bestimmt die Europäische Union (EU) im Rahmen ihrer Gemeinsamen Fischereipolitik (GFG), wie viel Fisch in einem Jahr aus ihren Gewässern entnommen werden darf. Die politisch festgesetzten Fangquoten überschritten die wissenschaftlichen Empfehlungen in den letzten zehn Jahren um durchschnittlich 41 Prozent (Quelle: WWF Deutschland). Hinzu kommt, dass die Weltmeere heute starken Belastungen ausgesetzt sind, was unmittelbare Auswirkungen auf die Meeresbewohner hat.

Die bestandsbedrohende Befischung mit zerstörerischem Gerät wie Grundschleppnetzen, unkontrollierte Forschung, die Öl- und Gasgewinnung und der weltweite Schiffsverkehr vernichten komplexe Ökosysteme, deren Gesundheit für den Erhalt ertragreicher Fischbestände sorgt. Eine weitere Bedrohung aller Fische und Meeresfrüchte ist die Verschmutzung der Meere mit Plastikmüll, der Schätzungen zufolge bereits 60 bis 80 Prozent des in den Meeren befindlichen Mülls ausmacht. Die Belastung der Meeresumwelt durch Plastikmüll ist mittlerweile ein bekanntes globales Problem und die Aufnahme von Mikroplastik durch Meeresorganismen ist weit verbreitet.

Aquakultur ist die kontrollierte Aufzucht von Fischen, Muscheln, Krebsen, Garnelen, Algen und anderen im Wasser lebenden Organismen. Aquakultur findet sowohl im Süßwasser als auch im Salzwasser statt. Sie gewinnt wegen der akuten Überfischung der Weltmeere zunehmend an Bedeutung. Daher hat sie sich in den letzten Jahrzehnten zu einer Alternative entwickelt, den weltweit steigenden Fisch- und Meeresfrüchtebedarf zu decken. Jeder zweite auf der Welt verzehrte Fisch stammt inzwischen aus Aquakultur.

Die landbasierende Produktion von Fischen und Krustentieren findet in geschlossenen Kreislaufsystemen statt. In diesen wird das Wasser ständig aufbereitet, so dass ganzjährig optimale Lebensbedingungen für Fische oder Krustentiere gewährleistet sind. Durch die Nähe der Zucht zum Verbraucher gelangen die damit erzeugten Produkte in einer bisher unerreichten Frische zum Konsumenten. Die von der Umwelt entkoppelten Systeme sind optimal auf die Bedürfnisse der Fische oder Krustentiere eingestellt. Die ganzjährig konstanten Bedingungen erlauben eine gleichbleibend hohe Qualität und eine lückenlose Versorgung der Region.

Der steigende Hunger nach Fisch und Meeresfrüchten führt zu einer Plünderung der Weltmeere

Die globale Produktion an Fisch und Meeresfrüchten ist von 2006 bis 2015 um 24% gestiegen

Weltweit gelten 30% der kommerziell genutzten Fischbestände als überfischt

Die Fangquoten der letzten zehn Jahre überschritten die wissenschaftlichen Empfehlungen um durchschnittlich 41%

Bestandsbedrohende Befischung, die Öl- und Gasgewinnung und der weltweite Schiffsverkehr vernichten komplexe Ökosysteme

Eine zusätzliche Bedrohung stellt die Verschmutzung der Meere mit Plastikmüll dar

Aquakultur ist die kontrollierte Aufzucht von im Wasser lebenden Organismen – jeder zweite verzehrte Fisch stammt aus Aquakultur

Landbasierende Aquakultur findet in innovativen geschlossenen Kreislaufsystemen statt

Optimale Lebensbedingungen in von der Umwelt entkoppelten Kreislauf-Aquakultursystemen erlauben höchste Qualitäten

DIE WELTWEIT INDUSTRIELLE AQUAKULTUR

Kritikwürdige Zuchtbedingungen. Ökologische Verwüstung. Antibiotika.

Gezüchtete Garnelen haben zunehmend den Weg auf die Teller der reichen Länder der Welt gefunden. Garnelen werden hauptsächlich in Küstengebieten asiatischer und lateinamerikanischer Länder wie Thailand, Vietnam, Indonesien, Indien, den Philippinen, Ecuador, Bangladesch und Mexiko produziert. Die Garnelen-Industrie hat in vielen dieser Länder ökologische Verwüstungen angerichtet. Expansionspläne in andere Regionen, insbesondere nach China, Indien und in afrikanische Länder, werden zu einer globalen Ausweitung der Problematik führen. Der weltweit zu verzeichnende Trend, gezüchtete Tiere einzuführen, hat sich in den vergangenen 15 Jahren deutlich verstärkt. Statistiken belegen, dass sich dieser Trend weiter fortsetzen wird.

Ein wesentlicher potenzieller Schaden der Garnelen-Aquakultur für die Umwelt ist die Zerstörung der Mangrovenwälder, die einen biologisch wichtigen Übergang zwischen dem ländlichen und marinen Ökosystem darstellen. Sie schützen Küstenlinien vor Erosion, küstennahe Regenwälder im Flachland vor tropischen Stürmen und sind wichtig für den lokalen Artenreichtum. Einen weiteren potentiellen Schaden stellt die Einführung exotischer Krabbenformen dar, die den Verlust der genetischen Vielfalt bzw. die Schwächung des genetischen Grundstocks der natürlichen Arten befürchten lassen und zur Verbreitung von Krankheitserregern und Parasiten beitragen können. Außerdem werden junge Garnelen, die zur Aufstockung des Bestandes in den Zuchtbecken gebraucht werden, mit feinmaschigen Netzen gefangen. Dabei kommt es zu einem Beifang, der auf bis zu 100 Fische pro Zuchtgarnele geschätzt wird. Er liegt damit höher als bei der Garnelenfischerei per Schleppnetz, die bisher für die höchste Beifangrate bekannt war. Manche Autoren gehen davon aus, dass bis heute weltweit rund die Hälfte der tropischen Mangrovenwälder unwiederbringlich zerstört wurden. Allein in Thailand wurden in den Jahren 1979 bis 1986 rund 13% der Mangrovengebiete für Garnelenteiche gerodet, dies entspricht einer Fläche von 38.000 ha. Durch Rodung der Mangroven werden einzigartige Korallenriffe verschlammt und die Brut von ca. 85% der tropischen Fischarten zerstört. Konsequenz davon sind die seit Jahren schrumpfenden Bestände küstennaher Meeresfische. Für die ansässigen Fischer hat dies zu einem Rückgang der Fänge und vielfach zum Verlust ihrer wirtschaftlichen Existenz geführt.

Reisfarmer in Südostasien haben sich gegen die Ausdehnung von Garnelenfarmen ins Inland gewehrt, weil die Produktionsmethoden der industriellen Garnelen-Zucht zu einer Versalzung der Felder führen. Frisches Grundwasser ist in küstennahen Gebieten nur eingeschränkt verfügbar. Da mehr Wasser aus dem Boden gepumpt wird als zurückfließt, versalzen Trinkwasser und Bewässerungsbrunnen. In Indien, Taiwan, Thailand, Ecuador und auf den Philippinen ist dies als Folge der Garnelenindustrie bereits der Fall.

Die importierten und als gefrostete Ware vermarkteten Garnelen kommen überwiegend aus großen Teichwirtschaften und werden unter kritikwürdigen Bedingungen aufgezogen. So treten in den Teichanlagen mit geringem Wasseraustausch, hohen Wassertemperaturen und dichtem Besatz häufig Krankheiten auf, die hohe Verluste verursachen.

Antibiotika, Fungizide, Parasitizide, Algizide und Pestizide werden teilweise eingesetzt, um Krankheiten in Garnelen-Aquakulturen vorzubeugen. Die Behandlung von bakteriellen Infektionen in den Garnelenteichen durch Antibiotika, die dem Futter zugesetzt werden, lassen entsprechende Rückstände von Antibiotika in den vermarkteten Tieren befürchten. Zu befürchten sind dabei Resistenzen gegen Antibiotika für die Konsumenten. Häufig haben die Antibiotika außerdem keine Zulassung in der EU. Durch die Nichteinhaltung von Wartezeiten vor der Vermarktung finden sich Rückstände in den importierten Garnelen, die zu regelmäßigen Rückweisungen an den EU Grenzen führen. Andere Länder haben komplette Importverbote für bestimmte Produktionsländer erlassen. Trotzdem ist die Dunkelziffer hoch.

Problematisch kann weiterhin die unzureichende Einhaltung der Kühlkette vom Garnelen-Züchter bis zum Konsumenten sein. Die den Aquakulturen entnommenen Tiere werden teilweise bei tropischen Temperaturen auf offene LKW-Ladeflächen geschaufelt und nur behelfsmäßig mit Eis bedeckt. Es folgt ein oft stundenlanger Transport zu weiterverarbeitenden Frosterfabriken.

DEUTSCHLANDS HUNGER NACH GARNELEN

50.000 Tonnen Tiefkühl-Garnelen pro Jahr. Durchschnittsalter: 6,4 Monate.

Die weltweite Nachfrage nach Fisch und Meeresfrüchten steigt weiter an, da immer mehr Menschen die gesundheitlichen Vorteile zu schätzen wissen, die aus einem regelmäßigen Fischverzehr resultieren. Experten der Welternährungsorganisation (FAO) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) prognostizieren einen weiteren Anstieg der Gesamtproduktion an Fisch und Meeresfrüchten bis zum Jahr 2025 um 21 Prozent. Dabei wird langfristig der Anteil an Erzeugnissen aus Aquakultur gegenüber dem Anteil aus Wildfängen überwiegen. Schätzungen der FAO für das Jahr 2014 ergaben, dass erstmals der Pro-Kopf-Verbrauch der aus Aquakultur stammenden Erzeugnisse höher war, als der aus Wildfängen. Der deutschlandweite Garnelen-Konsum von rund 50.000 Tonnen bei ca. 82 Mio. Einwohnern ergibt einen jährlichen pro-Kopf-Konsum von ca. 750 Gramm. Die Bundesrepublik Deutschland ist besonders stark auf Importe angewiesen, um seinen steigenden Bedarf an Fischen und Krustentieren zu decken. Aufgrund der langen Transportwege war es in Deutschland bisher nicht möglich, frische Garnelen zu erwerben.

Garnelen gehören aufgrund ihrer hohen Beliebtheit zu den begehrtesten und wirtschaftlich wichtigsten Meeresfrüchten

Die Aquakultur für Garnelen hat sich seit den 1970er Jahren rasant entwickelt mit einer heutigen Zuchtmenge von ca. 3,2 Mio. Tonnen

Die kritikwürdigen Zuchtbedingungen der Importwaren führen aufgrund geringem Wasseraustausch, hohen Wassertemperaturen und dichtem Besatz zu Krankheiten, die häufig den Einsatz von Antibiotika erfordern

Das gigantische Wachstum der Garnelenindustrie hat immense Auswirkungen auf einzigartige tropische Küstenökosysteme wie Mangrovenwälder, die weltweit bis heute zu 50% unwiederbringlich zerstört wurden

Nahezu 100% der in Deutschland konsumierten ca. 50.000 Tonnen Garnelen sind importierte Tiefkühl-Produkte aus Teichwirtschaften in Asien und Lateinamerika mit einem durchschnittlichen Alter von ca. 6,4 Monaten